Ein Buch wurde freigelassen [Bookcrossing #1]

Bücher können Geschichten erzählen, doch nur wenn ihnen jemand zuhört. Deshalb habe ich beschlossen alle Bücher aus meinem Regal, die von mir vermutlich nicht mehr gelesen werden zu verkaufen oder auf anderem Wege zu neuen Lesern zu bringen. Einer dieser Wege nennt sich Bookcrossing, wo man Bücher quasi in die Wildnis entlässt und vom zukünftigen Leser finden lässt.
Bookcrossing KabelkaDieses Buch ist ein Rezensionexemplar gewesen, was mir ganz gut gefallen hat. Da es allerdings ein Thriller ist, würde ich es sicherlich nicht noch einmal lesen. Rezensionsexemplare dürfte ich von Rechtswegen her nicht verkaufen, deswegen habe ich dieses einfach bei bookcrossing.de registriert und mit einer ID-Nummer versehen an einer Straßenbahnhaltestelle ausgesetzt.

Bookcrossing Jemand AndersDa ich in Zukunft vermutlich öfter wieder als Bookcrosser tätig sein werde, werde ich in den nächsten Tagen eine Extra-Seite auf meinem Blog einrichten. Dort werden alle Beiträge zu den bisher freigelassenen Büchern gesammelt. Außerdem gibt es dort Updates, wenn das Buch einen neuen Besitzer erhalten hat. Wer nicht weiß, wie Bookcrossing funktioniert und was das eigentlich ist, der sollte ebenfalls dranbleiben. Auf dieser Seite werde ich das System auch noch einmal in Kurzform erklären.

Der LINK zu meiner Bookcrossing-Seite folgt im Laufe der nächsten Woche.^^

Grüße und einen schönen Sonntagabend.

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Nachricht von dir – Guillaume Musso [Rezension]

Wer schon einmal sein Smartphone verloren hat, weiß sicherlich wie nackt und isoliert man sich daraufhin fühlt. Guillaume Musso nimmt in „Nachricht von dir“ sich dieser Thematik an und verbindet zwei Schicksale anhand zweier, vertauschter Handys miteinander. Doch wer einen Liebesroman erwartet, hat sich gründlich getäuscht.

„Nachricht von dir – Guillaume Musso [Rezension]“ weiterlesen

Fünf – Ursula Poznanski [Rezension]

Thanks for the hunt – TFTH – mit diesen Worten bedankt sich der Mörder bei den Kommissaren für die Jagd nach ihm im Stile einer blutigen GPS-Schnitzeljagd, sprich dem Geocaching.

Fünf Ursula Poznanski

„Fünf“ Ursula Poznanski: Inhaltsangabe

Fünf auf AmazonBeatrice Kaspary, Ermittlerin und Mutter, ist in ihrem Leben an einem Wendepunkt angekommen. Die Trennung von ihrem Mann Achim setzt ihr zu und ihr stressiger Beruf tut sein Übriges um das Bild einer von Leben und Karriere überforderten Frau zu schaffen. Ein gefundenes Fressen für ihren Ex, der gerne die Kinder öfter wieder bei sich hätte. Zu all dem stellt sich nun eine außergewöhnliche Mordserie ein, die ihre vollste Aufmerksamkeit fordert.

Tätowierte Koordinaten auf den Füßen einer Frauenleiche führt das Ermittlerteam um Beatrice direkt zu ihrem ersten Geocache. Doch was sie in der Frischhaltebox finden, sind keine harmlosen Schätze und ein Logbuch, sondern eine blutige Überraschung und eine Nachricht des Owners. Der Startschuss für die grausigste Schnitzeljagd, die jemals stattgefunden hat.

„Ich werde Ihnen verraten, wie es sein wird. Erst werden Sie 
lügen. Danach werden Sie die Wahrheit sagen. Und am Ende werden 
Sie sterben.“
Poznanski, Ursula: Fünf. Reinbek bei Hamburg (Rowohlt Verlag) 
2012, S. 220.

U. Poznanski „Fünf“: Rezension

Thriller und Krimis – diese Genres vermeide ich normalerweise, da mich blutige Taten und polizeiliche Ermittlungen nur selten vom Hocker reißen können. Ursula Poznanskis Bücher machen dabei allerdings eine Ausnahme, da mich die thematischen Hintergründe wie Geocaching („Fünf“), Computerspiele („Erebos“) oder Live-Rollenspiele („Saeculum“) vollkommen ansprechen. Daher wollte ich es schon immer mit Ursula Poznanski probieren und „Fünf“ war zufälligerweise das Buch, was mir in einer Mängelexemplarkiste als erstes in die Hände fiel.

Es war wirklich Spannung bis zur letzten Minute und den Mörder habe ich auch bis zum Schluss nicht erraten können. Immer ein gutes Zeichen für einen Thriller. Immer wenn es darum ging Beweise auszuwerten, Zeugen zu verhören oder die Rätsel des Mörders zu lösen, erwies sich das Buch als wahrer Pageturner. Und obwohl zu diesem Fall viele Puzzleteile gehören, war er vollkommen logisch durchdacht und für den Leser verständlich geschrieben. Ich war an keiner Stelle mit den Informationen überfordert oder musste zurückblättern.

Das Interessanteste dabei war für mich eigentlich nicht die Mordserie, sondern die Erklärungen zum Geocaching. Denn selbst wer sich in dem Milieu nicht auskennt, bekommt ganz gute Einblicke ins Vokabular und den verschiedenen Spielarten von Geocaching. Außerdem hat mich das Buch neugierig gemacht. Vielleicht probiere ich so etwas auch mal aus. (Nur hoffentlich ohne Leichenteile.)

Leider kann ich kein uneingeschränktes Loblied auf „Fünf“ von Ursula Poznanski singen. Was mich prinzipiell gestört hat – sogar soweit, dass ich das Buch fast aus der Hand legen wollte – war alles Zwischenmenschliche, was nicht direkt mit dem Fall zu tun hatte. Die Beziehung der Kommissarin Beatrice zu ihren Kollegen, zu ihrem Ex, zu ihren Kindern, zu ihrem Boss – alles war irgendwie stressig und stellenweise nicht nachzuvollziehen.

Warum sollte ihr Chef sie ständig auf dem Kieker haben, wenn sie doch Überstunden macht und für die Arbeit zuhause alles vernachlässigt? Warum ist ihr Mann so aggressiv, wenn er die Beziehung doch weiterführen will? … Solche Fragen gingen mir ständig durch den Kopf.

Auch die Handlungen von Beatrice kamen mir zum Teil recht naiv und unerklärlich vor. Kennt ihr das, wenn man einen Horror-Film guckt und man dem Mädchen auf der Leinwand zurufen möchte: „Tu das nicht! Da drinnen passiert etwas ganz schlimmes mit dir.“ – dieses Gefühl hatte ich an genau zwei Stellen. Für mich ist so etwas unheimlich naiv, da es doch so einfach gewesen wäre zuvor jemandem Bescheid zu sagen oder gar mitzunehmen.

Nicht nur, dass sie mir naiv vorkam, Beatrice Kapary war mir bis fast zum Ende auch unheimlich unsympathisch. Erst am Schluss konnte ich mich ein bisschen besser in sie hineinfühlen. Gegenüber ihrem Ex verteidigte sie sich beispielsweise immer damit, dass sie ihre Kinder nicht vernachlässige, aber stellenweise war ich tatsächlich eher auf der Seite des Ex-Mannes. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie ihre Kinder über ihren Beruf stellt, sondern eher andersherum.

Mein persönliches Fazit

Abgesehen von einer unsympathischen Ermittlerin und einigen zwischenmenschlichen Ungereimtheiten konnte mich „Fünf“ von U. Poznanski mit einer packenden Erzählung, einem rätselhaften, aber gut ausgetüftelten Fall sowie einer kreativen Idee in den Bann ziehen. Die kreative Idee: eine blutige Schnitzeljagd mit moderner GPS-Technik zu veranstalten. Vier von fünf Sternen dafür: Thanks for the hunt – TFTH.

4 Sterne Wertung

Allgemeine Angaben zu „Fünf“

Titel: Fünf; Autor: Ursula Poznanski

ISBN: 978-3805250313

Verlag: Rowohlt Verlag (Wunderlich); Ort: Reinbek bei Hamburg

Jahr: 2012 Seiten: 381 Seiten

Preis: 14,95 € (Broschiert, Zeitpunkt der Rezension)

Ursula Poznanski: Biographie und Bücher

Ursula Poznanski Biographie
© Martin Vukovits

Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren. Ihr Studium bestand aus einer illustren Auswahl an Studiengängen wie Japanologie, Publizistik, Rechtswissenschaften oder Theaterwissenschaften, was ihr im Endeffekt keinen Abschluss, aber eine Menge interessanter Eindrücke. Nach der Uni begann sie als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag, für den sie sogar noch heute tätig ist. Ihre Laufbahn als Autorin begann mit einem Drehbuchwettbewerbs im ORF, an dem sie im Jahre 2000 teilnahm. Zwar gewann sie keinen Preis, aber die Erkenntnis, dass sie es schaffen kann Geschichten zu Ende zu führen. Wirkliche Erfolge konnte sie dann mit ihrem Jugendroman „Erebos“ und seinem Nachfolger „Saeculum“ feiern. Aktuell erschienen ist der dystopische Roman „Die Verratenen“ – der erste Teil einer Trilogie. (Stand Mai 2014)

Die Bestimmung – Veronica Roth [Rezension]

„Tu einfach, was man von dir erwartet.“, sagt er immer. So einfach ist das für ihn. Wenn es das für mich auch nur wäre.

[Roth, Veronica (2013): Die Bestimmung. München: Wilhelm Goldmann Verlag, S. 15f.]

Inhaltsangabe zu „Die Bestimmung“ von Veronica Roth

Die Bestimmung - Veronica RothDas Buch von Veronica Roth beginnt damit, dass wir Beatrice und ihren Bruder Caleb auf ihren Weg zur Schule begleiten. Sie gehören der Fraktion der Altruan an und sind somit angehalten ihr Leben in Selbstlosigkeit zu führen. Doch schon bald könnte sich das ändern, denn mit der Zeremonie der Bestimmung haben sie die Möglichkeit einer der vier anderen Fraktionen beizutreten und ihrem bisherigen Leben endgültig den Rücken zu kehren. Der Eignungstest soll den Sechszehnjährigen dabei helfen sich für eine Bestimmung zu entscheiden. Doch wie entscheidet man sich, wenn man eine Unbestimmte ist? Für die furchtlosen Ferox, die selbstlosen Altruan oder ganz anders?

 „Die Bestimmung“: Rezension zum Buch

Geschichte: * * * *

Mich hat die Geschichte von „Die Bestimmung“ von Anfang an mitgerissen. Ich habe gleich noch an dem Tag als ich das Buch gekauft habe, die erste Hälfte gelesen. Das ist für mich, die normalerweise nicht einmal 30 Seiten am Tag schafft, echt viel. Das ist umso erstaunlicher, wenn man weiß, dass ich eigentlich keine Dystopien lese. Selbst bei den Tributen von Panem habe ich nur den ersten Band gelesen und musste mich teilweise dazu zwingen, ihn auch bis zum Ende durchzuhalten. Das war hier bei Veronica Roth anders. Die Idee der fünf Fraktionen fand ich klasse, auch wie sie ausgeführt worden ist. Einzig einige kleine Logikfehler, die gegen Ende aufgetreten sind, sind mir aufgefallen und haben mich ein wenig gestört. Ein oder zwei Protagonisten wussten beispielsweise plötzlich Dinge, die sie eigentlich noch gar nicht erfahren haben. Fand ich etwas komisch, aber der gesamten Handlung hat das keinen Abbruch getan.

Charaktere: * * * * *

Genau wie in Nachtlilien waren es auch hier die Charaktere, die mich durchweg begeistern konnten. Ich mochte es, dass beinahe jede handelnde Peron eine Entwicklung durchmacht und niemand genauso bleibt, wie er am Anfang war. Gerade solche Überraschungsmomente wie ihn uns Caleb, Beatrices Bruder, bescheren oder auch die unerwarteten Enthüllungen ihrer Eltern, fand ich grandios. Denn wie ich schon öfter betont habe, mag ich es, wenn in Büchern die Protagonisten nicht einfach in Gut und Böse unterteilt werden, sondern sich in der Grauzone dazwischen bewegen und beides sein können. Einzig, dass sich Beatrice später in Tris umbenannt hat, fand ich etwas befremdlich, da es mir dann doch etwas zu viel an Wandlung war.

Sprache / Stil: * * * *

Zur Sprache des Buchs ist zu sagen, dass ich mich anfangs erst einmal an das Präsens gewöhnen musste. Generell mag ich es nicht so sehr, wenn Bücher in der Gegenwart geschrieben sind, aber hier war ich dennoch relativ schnell drin in der Geschichte. Ansonsten habe ich stilistisch nichts zu bemängeln. Es hat sich flott lesen lassen, es gab keine Schnitzer bei der Rechtschreibung, der Grammatik oder der Übersetzung. Alles in allem sehr solide 4 Sterne.

Fazit: * * * *

Vögel Die Bestimmung
„Ich deute auf mein Schlüsselbein und zeigte den Weg, den sie fliegen sollen – hin zu meinem Herzen. Ein Vogel für jeden aus meiner Familie, den ich zurückgelassen habe.“ (S.92)

Insgesamt ist „Die Bestimmung“ seit langem wieder ein Buch gewesen, das mich so sehr begeistern konnte, dass ich jetzt nicht mehr aus der Hand legen konnte. Erst ab der Mitte des Buchs ist meine Begeisterung etwas abgeflaut und die eine oder andere langatmige Stelle habe ich ein wenig überflogen. Das lag meiner Meinung nach daran, dass sich Veronica Roth teilweise zu sehr auf die zwischenmenschlichen Beziehungen konzentriert hat, während mich eher die Geschichte über die Fraktionen und ihren Spannungen interessiert hat. Das hat auch neben den kleinen Logikfehlern und der Tatsache, dass das Buch im Präsens geschrieben ist, dazu geführt, dass meine Rezension „nur“ in einer Vier-Sterne-Wertung endet. Den zweiten Teil, „Tödliche Wahrheit“, genauso spannend anfängt wie der Erste und diese Spannung auch durch hält. Kaufen werde ich es mir in jedem Fall. Ich würde gerne mal wieder ein Buch lesen, das mich von vorne bis hinten begeistern kann.

Allgemeine Angaben zu „Die Bestimmung“

Titel: Die Bestimmung; Autor: Roth, Veronica

Original: Divergent

ISBN: 978-3442479443

Verlag: Goldmann

Jahr: 2013; Seiten: 496 Seiten

Preis: 9,99 € (TB, Zeitpunkt der Rezension)