Drei Erinnerungen, die nie verblasst sind [TAG]

„Erwachsene erinnern sich nicht mehr daran, wie es war, ein Kind zu sein.

Auch wenn sie es behaupten.

Sie wissen es nicht mehr. Glaub mir.“ (Cornelia Funke)
Kinderbücher TAG

Es sind schon wirklich 14 Jahre vergangen seit ich die eingangs zitierten Zeilen zum ersten Mal gelesen habe. Damals war ich der festen Überzeugung, dass mir das nie passieren wird. Heute weiß ich, dass man sich vor lauter Erwachsen sein (und spielen), ab und an mal die eigene Kindheit wieder vor Augen führen sollte. In diesem TAG geht es also darum, drei Kinderbücher oder -buchserien zu nennen, die wir nie vergessen werden.

1.     Der Zauberer der Smaragdenstadt – Alexander Wolkow

Alexander Wolkow - Der Zauberer der SmaragdenstadtAlexander Wolkows Zauberland-Reihe sollte vor allem ostdeutschen Kindern ein Begriff gewesen sein. Denn dabei handelt es sich sozusagen, um die russische Version des Zauberers von Oz. 1939 erschien es erstmals in der Sowjetunion, erlangte allerdings erst mit der Neuauflage von 1959 und den darin enthaltenen Illustrationen von Leonid Wladimirski wirklich nach Deutschland (DDR).

Von Wolkow selbst gibt es sechs Bücher, wobei sich nur das erste davon wirklich an Oz orientiert. Die Folgebände sind davon eher losgelöst. Wir hatten, meine ich, vier oder fünf Wolkow-Bände, die ich ganz oft gelesen habe. Mir ist damals auch gar nicht aufgefallen, dass das gar nicht das originale Zauberer von Oz ist. 🙂

2.     Herr der Diebe – Cornelia Funke

Herr der Diebe von Cornelia FunkeWenn ich gefragt werden würde, was mein liebstes Kinderbuch wäre, dann würde ich sagen: „Herr der Diebe von Cornelia Funke“. Zwei Waisenkinder, die vor ihrer nach Haarspray stinkenden Tante flüchten, da sie nur den jüngeren (und vermeintlich niedlicheren) der beiden Brüder aufnehmen – also die Geschwister auseinanderreißen möchte.

Beide flüchten nach Venedig, wovon ihrer Mutter ihnen immer erzählt hat und treffen dort auf den Herrn der Diebe. Eine schöne Geschichte, die vor allem auch vom Kind sein handelt, angereichtert mit tollen Illustrationen von Cornelia Funke selbst.

3.     Harry Potter – J. K. Rowling

Harry Potter im SchuberEigentlich versteht sich das ohne Worte. Wen aus meiner Generation hat die Harry Potter-Reihe von J. K. Rowling wohl nicht geprägt.^^ Bei mir kam noch der lustige Umstand hinzu, dass Harry und ich fast immer das gleiche Alter hatten. Schließlich mussten wir früher stets mindestens ein Jahr auf das nächste Buch warten, in dem Harry auch ein Jahr älter war. Man konnte quasi mit ihm Erwachsen werden und die Pubertät durchleben. Gekauft habe ich mir die deutschen Bücher übrigens erst jetzt als der neue Schuber dazu rauskam.

Was für Bücher habt ihr als Kinder verschlungen? Oder woran hängt euer Herz besonders, da sie euch an eure Kindheit erinnern? Getagged sei jeder, der mitmachen möchte und insbesondere auch:

Julia von Ruby’s Cinnamon Dreams (sie nimmt an einer Harry Potter Re-Read-Challenge teil)

Papillionis liest (sie kennt sich bestens mit Kinderbüchern aus)

Mareike von Bücherwurmloch (sie besitzt ein Regenbogenregal 😉 )

 

Erwachsene erinnern sich nicht daran, wie es war,
ein Kind zu sein.
Auch wenn sie es behaupten.
Sie wissen es nicht mehr. Glaub mir.
Sie haben alles vergessen.
Wie viel größer die Welt ihnen damals erschien.
Dass es mühsam sein konnte, auf einen Stuhl zu klettern.
Wie fühlte es sich an, immer hochzublicken?
Vergessen.
Sie wissen es nicht mehr.
Du wirst es auch vergessen.
Manchmal reden die Erwachsenen davon, wie schön es war,
ein Kind zu sein.
Sie träumen sogar davon, wieder eins zu sein.
Aber wovon haben sie geträumt, als sie Kinder waren?
Weißt du es?
Ich glaube, sie träumten davon, endlich erwachsen zu sein.

Funke, Cornelia: Herr der Diebe. Hamburg (Cecilie Dressler Verlag)
2000, S.5.
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