Der schottische Geist (Windfall Agency 1) – Cassandra Winter [Rezension]

Der schottische Geist von Cassandra Winter

Hat nicht jeder als Kind davon geträumt, Geisterjäger zu werden? Für Rebecca wird dieser Kindheitstraum zur Wirklichkeit. Doch kann sie mit diesem Abenteuer wirklich ihr altes Leben vergessen?

Inhalt: Rebeccas erster Geisterjäger-Fall

Cassandra Winter "Der schottische Geist"Rebeccas Traum sich ein schönes Leben zusammen mit Edward in England aufzubauen, war jäh geplatzt als er sie gegen die langbeinige Französin Charlotte austauschte.

Ohne Job, ohne Wohnung und ohne Freunde bleibt ihr nichts anderes übrig als dem Ruf ihrer ehemaligen Mitbewohnerin Molly nach Devon zu folgen.

Dort könne sie in der neugegründeten Windfall Agency ebenfalls einen Neuanfang wagen – weit weg von Edward.

Doch nie hätte sich Rebecca träumen lassen, dass sie einmal eine Karriere als Geisterjägerin einschlagen würde. Sich selbst ist sich nicht sicher, was sie von diesem neuen Lebensweg halten soll.

Rebecca wartete darauf, dass Parker lachte oder sonst wie zu
erkennen gab, dass es sich um einen Scherz handelte.  „Ich habe 
mich doch nicht verhört, oder? Sie sagten gerade wirklich, dass 
es sich um eine Geisterjägeragentur handelt?“

Winter, Cassandra: Der schottische Geist. Windfall Agency 1, 
Kindle eBook, 2015, Pos. 209.

Rezension: Gruseliger als vermutet

„Wohlfühlbuch“ ist das Schlagwort, mit dem „Der schottische Geist“ bereits in einigen anderen Rezensionen beschrieben worden ist. Und so sehr ich versuche, mich nicht von anderen Meinungen beeinflussen zu lassen, muss ich dennoch zugeben, dass kaum ein Wort dieses Buch treffender beschreibt. Es ist die passende Lektüre, um sich an einem dunklen Herbsttag in seine Decke zu kuscheln, eine Tasse Tee zu schlürfen und sich ein bisschen in sicherer Atmosphäre zu gruseln. Einfach ein wenig wohlfühlen, wenn es draußen kalt und nass ist.

Aber Achtung – der erste Fall der Windfall Agency ist tatsächlich um einiges gruseliger, als es die eher niedliche Covergestaltung vermuten lässt. Vor allem zum Ende hin hat die Handlung großes Potenzial Albträume bei dem einen oder anderen Leser zu verursachen. Da ich sehr gerne mal eine gute Geschichte lese, die mir Schauer über den Rücken jagt, war ich daher positiv überrascht.

Die handelnden Charaktere, von der bärbeißigen und noch immer rüstigen Parker über die in sich gekehrte Nichte Trix bis hin zum schönen, aber unbeholfenen Julian, sind durchaus liebevoll gezeichnet und erfahren eine interessante Entwicklung im Buch. Hier und da mögen die Charakterzeichnungen ein wenig überspitzt wirken, aber im Großen und Ganzen hat die Autorin es geschafft, eine bunte Truppe an Protagonisten zu kreieren, von denen ich gerne mehr lesen würde.

Nun noch ein paar kritische Worte darüber, warum es leider „nur“ zu vier von fünf Sternen gereicht hat. Ohne dabei päpstlicher als der Papst sein zu wollen, aber diesen Punkt habe ich vorher schon bei einigen anderen Selfpublishern wie Mark Franleys „Grimstein“ oder Daniel Derschs „Der Keller“ scharf kritisiert. Die Rechtschreibung* lässt an einigen Stellen zu wünschen übrig. Nicht übermäßig – aber doch auffällig. Schließlich ist es ein Unterschied, ob ich von „Tweed“ oder einem „Tweet“ rede. Ein bis zwei Lektorate mehr hätten dem Buch sicher gut getan.

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich – als Leser des eBooks – die nicht-nutzerfreundliche Formatierung. Es fehlen ein Inhaltsverzeichnis sowie Kapitelüberschriften, über die man sich durch das Buch navigieren kann, wenn man auf der Suche nach einer bestimmten Stelle ist. Das wäre auf alle Fälle wünschenswert für zukünftige Werke.

*Die Fehler sind nach Angaben der Autorin bereits korrigiert und in der neuen Version nicht mehr vorhanden.

vier-sterne-wertung

Fazit: Eine tolle Story für den Herbst

Wer auf der Suche nach einer Nerven kitzelnden Geschichte für Halloween und trübe Herbsttage ist, der macht mit Cassandra Winters „Der schottische Geist“ den richtigen Griff. Die Atmosphäre des schottischen Geisterschlosses und die charismatische Geisterjäger-Truppe laden förmlich dazu ein, es sich bei Kerzenlicht gemütlich zu machen und sich in seinen sicheren vier Wänden ein bisschen zu gruseln.

Zu empfehlen für Fans von: Gruselgeschichten, Schlössern, „Die Gespensterjäger“ von Cornelia Funke, Geistern, Schottland, …

Allgemeines zu „Der schottische Geist“

Titel: Link zu Amazon; Autor: Cassandra Winter

ASIN: B014E2Y1B8

Jahr: 2015; Seiten: 252 Seiten

Preis: 2,99 € (Kindle eBook, Zeitpunkt der Rezension)

Autorenporträt: Cassandra Winter

Cassandra Winter alias Sina SchneidereitInternetaffinen Leseratten dürfte die Autorin wohl eher unter dem Namen Sina Schneidereit bekannt sein. Denn schon seit Jahren sitzt sie zusammen mit ihrer Mutter Ilona regelmäßig vor der Kamera und gibt auf ihrem YouTube-Kanal als Glimmerfee Buchempfehlungen. Nun hat sie unter dem Pseudonym Cassandra Winter ihren ersten Roman „Der schottische Geist“ veröffentlicht.

Dass sie ihr Debüt ins schaurige Schottland verschlägt, kommt nicht von ungefähr, denn in ihrem Herzen fühlte sie sich schon immer wie eine Keltin. Nicht nur, dass sie besonders von England, Irland und Schottland schwärmt, seit ihrer Kindheit hegt sie ein großes Interesse für Geister und Fantasy. Immerhin hat Cassandra Winter nach eigenen Angaben vier Jahre lang in einem echten Spukhaus gelebt, wo sich so manch seltsame Begebenheit abspielte.

(Stand: September 2015)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s