Zwergenbann – Frank Rehfeld [Rezension]

Zwergenbann von Frank Rehfeld

Zwerge auf der Suche nach einer neuen Heimat. Ein Fantasyklassiker, den Frank Rehfeld in „Zwergenbann“ zu einem großartigen, zweiten Teil verwandelt.

Inhaltsangabe zu Frank Rehfelds „Zwergenbann“

Frank Rehfeld Zwergenbann Buchcover

Aus ihrer Heimstätte Elan-Dhor mussten die Zwerge fliehen und alle Brücken hinter sich abbrechen. Die rätselhaften und übermächtigen Dunkelelben haben dort das Zepter übernommen und suchen nun einen Weg nach draußen. Das Zwergenlager am Fuß des Berges und der alten Minen kann nur eine Übergangslösung sein, denn an der Oberfläche und in der Nähe der Menschensiedlung zu leben, erweist sich als schwerer als gedacht.

So unternimmt eine Gruppe unter dem Heerführer Barlok eine Expedition nach Zarkhadul – eine Mine, die vor Jahrtausenden aus heute unbekannten Gründen aufgegeben wurde. Möglicherweise könnten die Zwerge von Elan-Dhor dort eine neue Heimat finden. Gleichzeitig ruht die Hoffnung, aber auch auf den Zwergentrupp, der auf der Suche nach den Hochelben ist. Mit ihrer Hilfe könnte es gelingen, die Dunkelelben zu vertreiben. Doch wie findet man ein Volk, das nur noch in Geschichten und Legenden existiert?

„‘Nein!‘, stieß er hervor. Seine Augen weiteten sich vor 
Entsetzen. ‚Das kann nicht sein! Nicht das! Nein!‘“ 
Rehfeld, Frank: Zwergenbann. München (Blanvalet) 2013, S.262.

Rezension zu „Zwergenbann“ von Frank Rehfeld

Bei zweiten Teilen von Trilogien habe ich ab und an das Gefühl, dass sie sowohl vom Autor als auch vom Leser vernachlässigt werden. Denn sie können meist nicht mit der freudigen Erwartung des ersten und der finalen Spannung des letzten Bandes dienen. Meiner Erfahrung nach schlagen sie in den meisten Fällen lediglich die Brücke zwischen Anfang und Ende – manchmal ziehen sie sie sogar unnötig in die Länge. Eher selten habe ich einen zweiten Teil gelesen, der mich so unglaublich begeistern konnte wie Frank Rehfelds „Zwergenbann“. Ihm ist es gelungen die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten und mich dabei fast unentwegt zu überraschen.

Die Geschichte um die Zwerge Barlok, Tharlia, Warlon und ihre Wegbegleiter setzt kurze Zeit später da ein, wo wir sie im vorangegangenen Teil „Zwergenfluch“ verlassen hatten. Die Evakuierung von Elan-Dhor ist abgeschlossen. Sämtliche Zugänge in den Berg und zu den Minen wurden gesprengt, um zu verhindern, dass die Dunkelelben ausbrechen und die Welt in Krieg und Leid stürzen. Am Fuß des Berges haben sie provisorisch eine Stadt namens Elan-Tart errichtet, was übersetzt Juwel der Hoffnung bedeutet. Sie hoffen schon bald heimkehren zu können, denn die Zwerge fühlen sich an der Oberfläche nicht wohl. Außerdem werden sie dort nicht mit offenen Armen empfangen.

Schon von der ersten Seite an konnte ich „Zwergenbann“ kaum noch aus der Hand legen. Frank Rehfeld hat es geschafft aus einem – in meinen Augen – eher klassischen Fantasy-Plot, sprich die Zwerge auf der Suche nach einer neuen Heimat, eine Geschichte voller Überraschungen und spannender Wendungen zu zaubern. Und das Beste daran war, dass trotz aller Kreativität, Überraschung und Spannung die Logik nicht zurückblieb. Leider kann ich euch jetzt nichts vom Ende erzählen, da ich nicht spoilern möchte. Aber ich fand es großartig wie sich am Schluss einzelne Handlungsstränge zu einem großen und logischen Gesamtkonzept verwoben haben.

Tatsächlich bedient sich Frank Rehfeld in seiner Geschichte rund um Zwerge, Elben und Menschen recht deutlich einiger Tolkienschen Elemente. So erinnert der Finsterwald aus „Zwergenbann“ in seiner Beschreibung und seinem Charakter schon stark an den Düsterwald aus Mittelerde. Das mag der eine oder andere sicherlich kritisch anmerken. Mich persönlich hat es nicht gestört, da solche Rückgriffe nicht dominierten. Außerdem hat der Autor dem Ganzen meist noch einen ganz eigenen Twist und Charakter verliehen. So trifft Warlons Expeditionstruppe auf der Suche nach den Elben im Finsterwald beispielsweise auf mystische Wesen, die man in ganz Mittelerde vergeblich suchen würde.

Das Schicksal der einzelnen Protagonisten hielt mich ebenfalls die ganze Zeit über bei der Stange. Ich wollte wissen, wie es Barlok ergeht, ob Warlon sein Ziel erreicht und ob Tharlia Königin bleibt. Auch bei den Charakterzeichnungen besitzt Frank Rehfeld das große Talent sehr plastisch zu schreiben. Ich konnte mir jede Person sehr gut vorstellen und ihre einzelnen Handlungen nachvollziehen.

5 Sterne Wertung

Fazit zu „Zwergenbann“ von Frank Rehfeld

Wer den ersten Bann „Zwergenfluch“ mochte, der wird „Zwergenbann“ lieben. Ich habe selten so eine gelungene Fortsetzung gelesen, die es sogar vermag einem recht klassischen Fantasy-Plot einen neuen Twist zu verleihen. Dieser Teil schlägt nicht einfach nur eine Brücke zwischen Anfang und Ende der Geschichte, sondern ist möglicherweise ihr Höhepunkt.

Allgemeine Angaben

Titel: Zwergenbann (zu Amazon); Autor: Frank Rehfeld (zum Autor)

Reihe: Die Zwerge

  1. Zwergenfluch
  2. Zwergenbann
  3. Zwergenblut

ISBN: 978-3442269297

Verlag: Blanvalet (zum Verlag); Ort: München

Jahr: 2011 (Erstausgabe); Seiten: 479 Seiten

Preis: 08,99 € (Taschenbuch, Zeitpunkt der Rezension)

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