Grimzhag der Ork – Alexander Merow [Rezension]

Alexander Merow Grimzhag

Brutale Kämpfer, dumme Gesellen und miserable Kameraden – so stellt man sich den gemeinen Ork vor. Doch Grimzhag ist anders. Grimzhag der Ork führt sein Volk in eine neue, bessere Zeit.

Alexander Merow Grimzhag

Alexander Merows „Grimzhag der Ork“ – Inhaltsangabe:

Grimzhag der Ork CoverDie ruhmreichen Zeiten als die Orks über die Menschlinge, Khuz und Elben Antariksas herrschten existieren nur noch in den Erzählungen des Schamanen Soork. Fernab der Legenden bestimmen karge Steppen, harte Winter und beständiger Hunger die düstere Realität des Jungorks und Häuptlingssohnes Grimzhag. Vor über 2.500 Jahren verloren die Orks den großen Krieg gegen den Menschenkönig Arasig und achten noch heute das eherne Gesetz: Wer auf dem Schlachtfeld verliert, der muss sich fügen.

Auch der Stamm der Mazauk-Orks stellte es nie in Frage bis sich in Grimzhag ein unerklärlicher Groll zu regen scheint. Warum sollten die Menschlinge in Saus und Braus leben, während Grimzhag und sein Stamm Hunger leiden, Wilderer ertragen und Krieg gegen andere Orks führen müssen? Ein besonders eisiger Winter in den Steppen des Nordens zwingt sie dazu eine Handelskarawane der Menschlinge zu überfallen. Der verängstigte Händler Zaydan Shargut verspricht Essen und Gold – ein folgenschweres Angebot.

„Wer immer nur ehrlich kämpft, kämpft oftmals dumm.“
Merow, Alexander: Grimzhag der Ork. Die Antariksa-Saga I. 
Leipzig (Engelsdorfer Verlag) 2012, S.36.

Meine Meinung zu Grimzhag:

Es gab bisher nur wenige Bücher, bei denen ich mich mit der Bewertung schwerer getan habe als bei diesem. Gerade bei Rezensionsexemplaren bemüht man sich objektiv und gerecht zu bleiben, um sowohl den Autoren als auch Blogleser nicht zu enttäuschen. Doch meine Lesephasen lassen sich so beschreiben: Vom Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt. Es gab Elemente, die mir überdurchschnittlich gut gefallen haben, aber auch Sachen die mich zu Tode gelangweilt haben, sodass ich jetzt nicht weiß, ob eine Ent- oder Empfehlung angebracht ist.

Beginnen wir mit dem Positiven. Dass Orks die Handlung übernehmen und Leser mehr Einblicke in das soziale Gefüge dieser Rasse bekommen, findet man in der Fantasyliteratur bisher (Tendenz steigend) nur vereinzelt und ist auch der Grund, weswegen ich dem Rezensionsexemplar zugesagt habe. Ich war neugierig.

Schon zu Beginn taucht der Leser in die leicht indianisch anmutende Welt der Mazaukorks zwischen Stammesfehden und Ruumphjagden ein. Richtig gelesen! Ein Ruumph! Ein großes Tier mit viel Fleisch auf den Rippen. Alexander Merow versteht es seine Welt allein durch die Sprache aufleben zu lassen, indem er „orkische“ Begriffe anstelle der Üblichen verwendet. Die Orkfrauen heißen Cramogg, Idioten Snags und die Reittiere Gnoggs. Das war mein großer „Vom Himmel hoch jauchzend“-Moment. Ich liebe es, wenn jemand eigene Sprachen erfindet und so gekonnt auch ohne große Erklärungen durchzieht.

Ich habe schon einige Rezensionen zu Grimzhag gelesen, bei denen die Blogger vier bis fünf Sterne vergeben haben. Weswegen ich darauf hinweisen möchte, bloß weil die folgenden Dinge mir persönlich nicht gefallen, heißt das nicht, dass das Buch schlecht ist. Es war nur nichts für mich.

Zunächst einmal handeln Grimzhag, sein Stamm und all die anderen Orks … man könnte es heldenmütig nennen … ich nenne es schlichtweg naiv. Natürlich wird immer wieder betont, dass das Denken den Orks nicht in die Wiege gelegt wird und nur einige, wenige mit diesem Talent gesegnet sind. Doch gerade Grimzhag, der diese Geistesgabe besitzt, kam mir manchmal dümmer als sein bester Freund Zugrakk vor. So lustig die Dummheit der Orks, manchmal war; gegen Ende der Geschichte fand ich es immer schwieriger sie zu tolerieren.

So sehr mich anfangs die ungewöhnlichen Spracheinlagen begeistert haben, so schnell hat mich der Erzählstil auch wieder enttäuscht. Ich hatte nie das Gefühl wirklich in der Erzählung drin zu stecken, da sie mich mehr an einen Zeitungsbericht als an einen inneren Monolog oder eine romanhafte Darstellung erinnert hat. Mir wurde gesagt, wenn Grimzhag wütend, ruhig oder glücklich war, aber gefühlt habe ich es nicht.

Weiterhin ist der Plot nur wenig originell. Ein paar Schlachten, die ewigen Völkersteitigkeiten zwischen Orks und Menschen, Menschen und Orks, Zwergen und Elben, Zwergen und Orks sowie eine unterdrückte Rasse, die neue Größe erlangen möchte. Natürlich habe ich bei einem Buch mit dem Titel „Grimzhag der Ork“ keine Revolution, sondern einen Rückgriff auf bewährte Leitmotive des Fantasygenres erwartet. Doch in Kombination mit dieser berichtenden Erzählung hat es mich stellenweise einfach nur gelangweilt. Meine „zu Tode betrübt“-Momente mit Alexander Merows „Grimzhag der Ork“ überwiegten schließlich, sodass ich mich für eine zwei Sterne Wertung entschieden habe.

2 Sterne Wertung

Ein kurzes Fazit:

Bücher können nicht nur ihre Leserschaft, sondern sogar einen einzelnen Leser spalten. Bei Alexander Merows „Grimzhag der Ork“ begeisterte mich seine Hingabe für eine im Fantasygenre oft vernachlässigte Rasse. Sogar eine eigene Orksprache legte er seinen Protagonisten in den Mund und lies den Leser geschickt daran teilhaben. Leider vereitelten die berichtende Erzählweise, die ewig gleichförmige Handlung und die Slapstick-Dummheit der Orks ein weiteres Eintauchen in die eigentlich spannende Welt.

„Grimzhag der Ork“ – Allgemeine Angaben:

Titel: Grimzhag der Ork; Autor: Alexander Merow

Reihe: Die Antariksa-Saga

  1. Grimzhag der Ork (bereits erhältlich)
  2. Sturm über Manchin (bereits erhältlich)
  3. Die Faust des Goffruk (in Planung)

ISBN: 978-3954880157

Verlag: Engelsdorfer Verlag; Ort: Leipzig

Jahr: 2012Seiten: 239 Seiten

Preis: 12,95 € (Taschenbuch, Zeitpunkt der Rezension)

REZENSIONSEXEMPLAR

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