Vergessene Worte: mäandern

Monatsrückblick

Beim Lesen begegnen einem viele Worte, doch manche öfter als andere. Ab und an taucht dabei ein Begriff auf, den man gefühlt seit Ewigkeiten nicht mehr gehört und gelesen hat. So ging es mir beim Lesen von Mark Lawrences Prinz der Dunkelheit mit dem Verb „mäandern“.

Das Hauptquartier der Waldwache befand sich bei der Rulow-Kaskade,
dort, wo der Fluss Temus mäanderte, bevor er seinen Mut sammelte 
und über eine sechzig Meter hohe Stufe im Grundgestein sprang.
Lawrence, Mark: "Prinz der Dunkelheit". München 
(Wilhelm Heyne Verlag), S.191.

Eigentlich war ich immer der Meinung gewesen, es bedeute soviel wie „zäh dahinfließen“ oder „zähflüssig sein“. Denn das Aufeinanderfolgen von ä und a hat etwas Behäbiges und Schwerfälliges.

Jetzt beim Nachschauen habe ich gemerkt, dass ich mich vollkommen geirrt habe. Die Definition lautet: „(bezogen auf Flüsse, Bäche) einen gewundenen Verlauf wie der Mäander aufweisen, sich in Mäanderform bewegen“ (Quelle: wiktionary.org). Der Fluss bewegt sich quasi in Schlängellinien.

Worauf will ich eigentlich mit diesem Eintrag hinaus? Zum einen, dass ich mich immer über Worte in Büchern freue, die ich scheinbar vergessen hatte, weil sie einfach kaum noch jemand benutzt. Zum anderen, dass man nie auslernt, was die Wortbedeutungen betrifft.^^

Welche Worte, Begriffe, Ausdrücke sind euch neulich begegnet, die ihr schon länger nicht mehr gehört oder gelesen habt?

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9 Gedanken zu „Vergessene Worte: mäandern

    1. Die Bedeutung hab‘ ich gar nicht gefunden, aber kann schon sein.^^ Ich bin aber froh, dass ich nicht die Einzige bin, die das mit den Biegungen und Wendungen nicht kannte.

  1. Schöner Beitrag. Vergessene Worte aus Büchern heben und ausstellen.

    Während des Studiums kannte ich eine Frau, die eine „Wortpatenschaft“ übernommen hatte, und zwar für das Wort „saumselig“. Das hat sie dann an passenden Stellen mit eingebaut und dann, weil das Gespräch ab dann fast immer mäanderte (*hust*) und einen neuen Themenfluss eröffnete, auch immer gerne die Geschichte dazu erzählt. Hat gewirkt. Für mich (und viele andere in ihrem Umkreis) gehört „saumselig“ nun wieder zum bekannten Wortschatz.

    Wirst du Wortpatin für „mäandern“?

    Buchstabenbunte Grüße
    das A&O

    1. Von Wortpatenschaften habe ich auch schon gehört. Allerdings wäre „mäandern“ wohl nicht mein Wort, sondern „Keks“.^^ Ein schönes, kurzes Wort, das nicht durch den Cookie ersetzt werden sollte wie an einigen Stellen schon der Fall ist. 🙂

      1. Keks ist natürlich genauso nachvollziehbar wie sympathisch. Allerdings muss der Keks ja nur als reelles Backwerk „gerettet“ (und selbst geknabbert hihi) werden und nicht das Wort? 😉 Die PatInnen übernehmen, glaube ich, immer ein Wort, das sonst droht zu „verschwinden“ .. Bestimmt weiß man das beste Wort erst, wennman es in der Liste sieht 🙂

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