Anidas Prophezeiung – Susanne Gerdom [Rezension]

Susanne Gerdom

„Sie gehörte einmal meiner Mutter“, sagte Ida verlegen. „Wenn du es wirklich ernst meinst, nimm sie als ein Pfand, Simon. Ich werde auf dich warten.“ Er schloss schweigend seine Faust um die Kette und neigte sich über den Hals seines Pferdes, um sie noch einmal zu küssen.

[Gerdom, Susanne (2012): Anidas Prophezeiung. Kindle eBook, Pos.1068]

Inhaltsangabe zu Andias Prophezeiung von Susanne Gerdom

In dem Werk von Susanne Gerdom Anidas Prophezeiung hat der ehrgeizige Ritter Simon alle Mühe die Kinder des Lords von Sendra einer ihrem Stande angemessenen Erziehung zu unterziehen. Der junge Albuin soll einmal das Erbe seines Vaters antreten, allerdings verspürt dieser dazu wenig Lust. Lieber würde er sich vom Magister Ugo in den magischen Künsten unterweisen lassen. Genauso widerstrebt es seiner Schwester Anida in die Fußstapfen ihrer Schwester Amali zu treten und sich verheiraten zu lassen. Lieber würde sie das Erbe ihres Vaters antreten, die Besitztümer verwalten und kämpfend durch die Lande ziehen. Zwar sieht das höfische Leben keine alternative Lebensplanung vor, doch das Schicksal hat dabei noch ein Wörtchen mitzureden.

Meine Rezension zu Susanne Gerdom und Anidas Prophezeiung

Charaktere: ***

Normalerweise sind es immer zuerst die Charaktere, die mich von einem Buch begeistern können. Doch in Anidas Prophezeiung von Susanne Gerdom hatte ich so meine Mühe die Personen tatsächlich zu fassen zu kriegen. Zunächst ein paar Worte zur Protagonistin Ida, auch Anida genannt. Ida ist die Tochter eines Lords, die gleich ihrer Schwester Amali einen Jungen ihres Standes heiraten und ihm zu Dienste sein soll. Dazu verspürt sie ebenso wenig Lust wie ihr Bruder Albuin in die Fußstapfen seines Vaters treten möchte.

Er würde mit seinem zarten Gemüt viel lieber die magischen Künste erlernen und einer geistigen Arbeit nachgehen. Bis zu diesem Zeitpunkt fand ich die Geschichte hervorragend, da ich mich ein wenig an den Beginn des Lieds von Eis und Feuer erinnert fühlte. Eine mittelalterliche Fantasywelt rund um Hofhierarchien und deren rebellierende Bewohner.

Anidas Prophezeiung
„Der Nebelhort dehnt sich aus, und niemand weiß, wieso und was dagegen zu tun ist.“ [Pos. 4559]
Doch dann gibt es in der Geschichte einen extremen Bruch. Nach dieser mittelalterlich anmutenden Welt findet man sich plötzlich in einer Umgebung wieder, die eher in einen Science Fiction Roman gehört. Dort treffen wir auf Eddy, von der ich erst dachte, es handelt sich um einen Jungen. Mit Adina, kurz Eddy, konnte ich als Person herzlich wenig anfangen. Sie hat meiner Meinung nach ihre Lebenssituation zu wenig hinterfragt und alles recht wortlos hingenommen. Es gab so einige Szenen, wo ich mir dachte, dass ich an ihrer Stelle ganz anders gehandelt hätte.

Generell gefielen mir die Personen wie eben Albuin, der nicht das väterliche Erbe antreten möchte, oder auch Simon, der Ritter am Hofe des Fürsten. Mein Problem bestand allerdings darin, dass Susanne Gerdom den Beiden zumindest im ersten Teil nur eine recht kleine Rolle eingeräumt hat. Im Laufe von Anidas Prophezeiung verfolgt man eher Anida und dem dicken Wirt Marten, die mich persönlich kaum interessiert hatten. Schade eigentlich!

Sprache / Stil: ****

Bei Susanne Gerdom gibt es nicht allzu viel zum Stil zu sagen, da er recht unscheinbar daher kommt. Anidas Prophezeiung lässt sich flüssig lesen, es gibt keine Stolpersteine für den Lesefluss, aber auch keine Sätze, die mich vor Begeisterung in die Luft gehen lassen. Es ist durchgängig in der Vergangenheitsform geschrieben und wir haben es mit einem Er-Erzähler zu tun, der fast ausschließlich die Eindrücke entweder von Ida oder Eddy wiedergibt. Ich könnte mich jetzt nicht erinnern, dass stellenweise eine andere Person die Haupthandlung übernommen hätte. Solide 4 Sterne für einen soliden Schreibstil, jedoch ohne Ecken und Kanten.

Inhalt: ***

Wie schon erwähnt, hatte mich Anidas Prophezeiung anfangs echt gepackt. Ich hatte mich schon gefreut eine ähnliche Welt wie in Das Lied von Eis und Feuer zu erleben. Doch der erste Zeitsprung in diese Sci-Fi-Welt hat diesen Eindruck komplett zerstört. Zunächst war ich extrem verwirrt und war auch kurz der Meinung, dass die epub-Datei kaputt ist und zwei Bücher aus Versehen kombiniert worden sind. Später bekommt man so eine Ahnung wie die Ebenen zusammenhängen sollen, aber ganz klärt Susanne Gerdom dieses Rätsel im ersten Teil noch nicht auf. Insgesamt habe ich  immer ewig gebraucht mich jeweils in die entsprechende Zeitebene wieder einzulesen, was den Lesefluss extrem gestört hat.

Was mich außerdem gestört hat, war das die Handlung ein wenig zusammengewürfelt wirkt und meiner Meinung nach keine sinnvolle Einheit bildete. Erst sind wir bei der kleinen Adina und ihrer Familie, dann passiert der erste Zeitsprung, dann sind wir wieder ganz woanders etc. … es geht immer hin und her. Was in anderen Büchern gut funktioniert und die Handlung spannend hält, hat mich hier eher abgeschreckt und gestört.

Susanne Gerdom
„Politische landeten normalerweise nicht hier im Lager. Es gab ein Übergangsgefängnis für sie, von dort aus wurden sie zur Reprogrammierung zu den Zentralwelten gebracht.“ [Pos. 4809]
Anidas Prophezeiung ist ein erster Band und kommt auch mich den typischen Schwächen daher. Es passiert recht wenig Spektakuläres. Kaum eine aufgeworfene Frage wird geklärt, sondern mit fortschreitender Handlung wird’s immer verwirrender. Und jetzt wo ich so darüber nachdenke, passt der Buchtitel auch gar nicht. Möglicherweise habe ich etwas überlesen (passiert mir ab und an), aber ich kann mich an keine Prophezeiung erinnern, die im Laufe des Buches gemacht worden wäre. Allein diese Tatsache bestärkt mich in meinem Gefühl, dass die Anida-Reihe von Susanne Gerdom ursprünglich nicht als Trilogie konzipiert worden ist, sondern aus einem Buch bestand, das aus bestimmten Gründen geteilt worden ist. Natürlich ist das reine Spekulation, aber so hat es sich für mich beim Lesen angefühlt.

Warum ich dem Buch dennoch 3 Sterne für den Inhalt gebe, hat mit dem Ende zu tun. Eigentlich hatte ich innerlich mit der Reihe schon abgeschlossen , doch nach einer unglaublichen Überraschung und ziemlichen Cliffhänger am Ende, muss ich mir den zweiten Teil unbedingt besorgen. Diese Wendung hat noch einmal das Ruder herumgerissen und mich total neugierig gemacht. Also Anfang und Ende des Buchs konnten mich überzeugen nur der Mittelteil war so durchwachsen, deswegen noch 3 Sterne.

Fazit: ***

Ehrlich gesagt habe ich mich sehr schwer getan, Anidas Prophezeiung zu bewerten. Es ist nicht gänzlich durchgefallen, da es gegen Anfang und Ende mich sogar ziemlich begeistern konnte. Dennoch überwiegten eher die Tiefpunkte in Form von schwächelnden und nicht greifbaren Charakteren und einer Handlung, die mehr Verwirrung stiftet, als dass sie irgendetwas aufklärt.

Allgemeine Angaben zu Anidas Prophezeiung

Titel: Anidas Prophezeiung; Autor: Gerdom, Susanne

ASIN: B00BKWPGN8

Verlag: neobooks Self-Publishing

Jahr: 2012; Seiten: 332 Seiten

Preis: 0,00 € (eBook, Zeitpunkt der Rezension)

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