Heuchler – Mark Franley [Rezension]

„Die Bilder werden blasser werden!“, und nach einer etwas zu langen Pause fügte er hinzu.

 „Ich hoffe nur, Peter zerbricht nicht daran!“ Dann blickte er mit leeren Augen in den Garten hinaus und stieß verbittert aus:

„Gott verdammt, er hat ein Kind erschossen!“

[Franley, Mark (2012): Heuchler. Ein Psychothriller. 2. Auflage, Kindle eBook. Pos.233.]

Inhaltsangabe zu „Heuchler“

„Heuchler“ – so nennt ER Eltern, die ihren Sprösslingen Ideen von Hoffnung auf Harmonie in den Kopf setzen. Diese Flausen nimmt ER den Kindern zusammen mit ihrem Skalp.

Nach einem traumatischen Zusammenstoß mit dem dreizehnfachen Kindsmörder müssen Kommissar  Mike Köstner und sein Partner Peter Abstand von dem Fall nehmen, um selbst wieder zur Ruhe zu kommen. Zusammen mit seiner Frau Petra und seinen Kindern Katja und Felix entscheidet Mike diese Zwangspause für einen erholsamen Familienurlaub in Finnland zu nutzen. Doch genauso wie ein Schatten lässt ER sich nicht so leicht abschütteln.

Meine Meinung zu „Heuchler“ von Mark Franley

Inhalt:  ****

Ich bezeichne mich in der Regel nicht unbedingt als Krimifan, da es einfach nicht mein Genre ist, deswegen habe ich diese Buch auch nur zur Hand genommen, da ich von Mark Franley zuvor schon „Grimstein“, eine packende Horrorgeschichte, gelesen und rezensiert hatte. Nun war ich neugierig auf die Entwicklung des Autors. Und ich muss sagen, dass ich positiv überrascht bin. Dieser Kriminalroman hat mich durchweg in den Bann gezogen und konnte die Spannung aufrechterhalten. Ich mochte es, dass hier beim Mord weniger auf Blut und blutrünstige Beschreibungen gesetzt wurde, sondern es allein der Fantasie des Lesers aufgrund von Andeutungen überlassen blieb, sich die Gräueltaten des Mörders vorzustellen. Vielmehr stehen in „Heuchler“ die familiären Beziehungen und generell die Charakterzeichnungen im Vordergrund, was mich eher bei der Stange hält als ein schnöder Kriminalfall, sei er auch noch so brutal.

Sprache: ****

Sprachlich hat der Autor, gerade im Vergleich mit „Grimstein“, einiges an Gewandtheit und Leichtigkeit dazugewonnen und auch Rechtschreibfehler, wie sie einem öfter mal in E-Büchern begegnen, sucht man hier vergeblich. Ein absoluter Pluspunkt für das Buch. Die Geschichte ist durchgängig in der Er-Perspektive sowie im Präteritum geschrieben und wir begleiten überwiegend Mike. Nur ab und zu erleben wir auch die Gefühlswelt von Katja oder anderen Charakteren wie dem des psychopatischen Mörders. Ein Einblick, der nicht nur zum Verständnis der Handlung beiträgt, sondern immer wieder eine erfrischende Abwechslung darstellt.

Idee / Kreativität: ***

Leider begegnet man auch hier der üblichen Dichotomie zwischen strapaziertem Kommissar und brutalem Psychopaten, weswegen der Plot kaum mit Überraschungen aufwarten konnte. Das Ende ließ sich recht schnell erahnen, was im Endeffekt einige Abzüge in der Kür bedeuteten. Obwohl ich zugeben muss, dass ich zwar die Richtung des Finales, aber nicht dessen Ausmaß erraten habe (wer das Buch liest, wird wissen was ich meine). Wovon ich zudem positiv angetan war, war dass dieser Thriller nicht den typischen, gebrochenen Klischeekommissar auftrumpft, sondern man im Mike Köstner einen gestanden Mann in einer intakten Umgebung präsentiert bekommt. Es war erfrischend und mal etwas Neues.

Fazit: ****

"Tief in seinem Inneren spürte er, dass es nun an der Zeit war, diese Heuchler auf angemessene Art zu bestrafen." (Pos. 1979)
„Tief in seinem Inneren spürte er, dass es nun an der Zeit war, diese Heuchler auf angemessene Art zu bestrafen.“ (Pos. 1979)

„Heuchler“ ist alles in allem ein solider Kriminalroman abseits von Charakterklischees und überbordender Brutalität. Denn er überzeugt allein durch seine logische Handlung, der feinen Charakterzeichnung sowie seinem Hauptaugenmerk auf den emotionalen Beziehungen. So fühlt man sich auch als Leser mit den handelnden Personen verbunden und verfolgt umso gespannter, ob die Charaktere dem mörderischen Schatten entgehen können. Ein Thriller, der in jedem Fall die Pflicht besteht, aber aufgrund des vorhersagbaren Plots einige Abzüge in der Kür bekommt.

Allgemeine Angaben

Titel: Heuchler; Autor: Franley, Mark

ASIN: B008X3SA94

Jahr: 2012 Seiten: ca. 250 Seiten

Preis: 2,99€ (Kindle eBook; Zeitpunkt der Rezension)

Autorenporträt: Mark Franley

mark-franleyDer in Mittelfranken lebende Autor von „Heuchler“ begann eher aus einer Laune heraus mit dem Schreiben und debütierte 2012 mit seinem Gruselroman „Grimstein“. Unter dem Pseudonym Mark Franley verfasst Michael Lechner überwiegend spannungsvolle Psychothriller. So kann man dem Kommissar Michael Köstner aus „Heuchler“ auch im Folgeroman „Benutzt“ über die Schulter schauen und auch ein dritter Fall ist bereits in Arbeit. (Stand August 2013).

Advertisements

Ein Gedanke zu „Heuchler – Mark Franley [Rezension]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s