Jemand anders – Franz Kabelka [Reupload]

Klappentext:

Was haben die beiden Toten Otto Bell und Johannes gemeinsam, außer dass sie innerhalb eines Monats während des Trainings in einem Fitnesscenter tragisch verunglückten? Und was haben die Sprachmemos auf dem verloren geglaubten Handy zu bedeuten? Edgar, ehemaliger Franziskanerpater und nunmehriger Betreiber des Fitnessstudios, bereiten die Todesfälle Kopfzerbrechen – buchstäblich, denn in einer stürmischen Nacht stürzt Edgar und erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. Nun kann er sich ausgerechnet an die Zeit, in der die zwei Unfälle passierte, nicht mehr erinnern. Erst allmählich beginnt er zu ahnen, dass die Antworten auf seine Fragen an seiner früheren Wirkungsstätte, dem Konvikt Rosenkranz, zu suchen sind.

„Schädel Stein Papier Dieser Punkt geht eindeutig an den Stein, sagen deine verdrehten Augen, während dein Körper nacht unten rutscht, in Zeitlupe den Felsblock poliert, steif und schlaff zugleich, wenn es diese Gleichzeitigkeit denn gibt, und eine schmierige Spur deutet auf deinen Hinterkopf wie ein langer, blutiger Pfeil.“

Kabelka, Franz: Jemand anders, Innsbruck- Wien (Haymon) 2011, S.211

Meine Meinung:

Normalerweise lese ich ungern Krimis, da mich die klassische Suche von seelisch-zerstörten Kommissaren nach unglaublich brutalen Mördern meist nur langweilt. Doch in diesem, mit „Kriminalroman“ unterschriebenen Werk, gibt es keinen Mord, sondern nur zwei Unfälle mit Todesfolge in einem Fitnesscenter. Das einzig rätselhafte zu Beginn, ist der Erinnerungsverlust des Fitnessstudio-Betreibers Edgar. Genau drei Wochen fehlen in seinem Gedächtnis. Genau die drei Wochen, in denen zwei seiner Kunden tödlich verunglückten. Zufall oder steckt mehr dahinter?

Es folgt die Suche nach dem Vergessenen, dazu führt uns der Autor zurück in die Zeit Edgars, in der er als Pater Fidelis erzieherische Aufgaben im katholischen Konvikt zum Heiligen Rosenkranz erfüllte. Auch gibt es immer wieder Einschübe von Erzählsträngen, die scheinbar gar nichts mit dieser Geschichte zu tun haben. Erst ganz am Ende fügt sich das Puzzle zusammen und man hat tatsächlich diesen „aha-Effekt“. Ein sehr gutes Buch und eine tolle Geschichte.  Man darf nur nicht den Überblick verlieren. Denn jedes Kapitel ist mit einem anderen Datum überschrieben und handelt von unterschiedlichen Personen, die sich erst am Ende in die Hauptgeschichte einfügen. Mir ist es also des öfteren passiert, dass ich nochmal zurückblättern musste, um nachzulesen wer diese Person jetzt war und was in diesem oder jenen Jahr geschehen ist. Für diejenigen, die Bücher innerhalb kürzester Zeit durchlesen, ist das natürlich kein Problem, aber wer, genau wie ich, längere Lesepausen hat, der muss sich wieder von Neuem einfuchsen.

Alles in allem hat mich das Buch dennoch überzeugt. Ich liebe solche Verwirrspiele und der Schreibstil des Autors hat mir sehr gefallen. Ich konnte es teilweise nicht aus der Hand legen und da ich oft im Bus lese, hätte ich beinahe mehrmals verpasst rechtzeitig auszusteigen.  Eine schöne kurzweilige Geschichte mit dem gewissen Etwas.

Vielen Dank an den Haymon-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 Allgemeine Angaben:

 

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