Die Leichen des jungen Werther – Susanne Picard [Reupload]

Klappentext:

Der junge Jura-Student Werther ist entnervt. Das Leben spielt ihm übel mit: Gerade hat er sich in Weimar in das entzückende Töchterlein des Kammerrates der Herzogin Theresie von Wetterfeld verliebt, da wird er in das beschauliche Städtchen Wahlheim versetzt. Sein Onkel, der nicht mehr bereit ist, seinen ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren, ist der Ansicht, dass er als Gerichtsreferendar dort das wahre Leben kennenlernen soll. Werther hingegen ist überzeugt: Das wahre Leben findet er unter diesen merkwürdigen Gestalten, die Wahlheim bevölkern, sicher nicht. Glauben sie doch an Untote, an Zombies – und das im Zeitalter der Aufklärung! Selbst als Werther die junge Lotte trifft, kann er gar nicht anders, als ihre blassgraue Haut und ihre Einsilbigkeit als Zeichen feiner Vornehmheit zu bewundern. Selbst als sich die Hinweise häufen, dass Werther tatsächlich unter Zombies geraten sein könnte, kann er sich kaum überwinden, an ihre Existenz zu glauben. Als auch noch Zombiejäger Albert Kestner auftaucht und ihm Lotte abspenstig machen will, muss Werther sich entscheiden: Herz oder Hirn?

„[…] ich kann es immer noch nicht fassen, ich, Werther, wurde mitsamt meiner Brillanz, meiner Genialität, meinem angenehmen Wesen abgewiesen!“

Picard, Susanne: Die Leichen des jungen Werther. Frei nach Johann Wolfgang von Goethe, Stuttgart (Panini) 2011, S.228.

Meine Meinung:

Was mich im Laden schon von dem Buch überzeugt hatte, war das Titelbild. Ich war so herrlich verwirrt, das ich ein paar Mal darum herum geschlichen bin bis ich es mir doch endlich geleistet habe. Die Leiden des jungen Werther von Goethe mochte ich überhaupt nicht und Briefromane im allgemeinen sind auch nicht so mein Fall, aber dieses Buch hat mich mit dem Genre wieder versöhnt.

Es handelt sich hierbei also um einen Briefroman, geschrieben aus der Sicht des Jurastudenten Werther, der Weimar verlassen musste, um in dem kleinen Ort Wahlheim erste praktische Berufserfahrung zu sammeln. Natürlich stößt dem jungen Casanova und Lebemann das Landleben negativ auf, aber nach einiger Zeit und einigen amourösen Abenteuern mit seiner Nachbarin später trifft er auf Lotte. Die Tochter des Gerichtsrats gibt sich vornehm und einsilbig, signalisiert ihm dennoch ihr Verlangen nach ihm. Auch beruflich geht es bergauf, denn er wird mit der Untersuchung eines Falls beauftragt, der ihn mehr fordert als die Aktenberge in seiner Gerichtsstube. Doch im Laufe seiner Ermittlungen wird er an den Rand seines Glaubenshorizonts geführt.

Ein sehr unterhaltsames, kleines Büchlein. Eine gelungene Mischung aus historischem Roman und Fantasy. Ich habe es wirklich sehr gern gelesen, eigentlich schon fast verschlungen. Durch kleine, in die Geschichte eingeflochtene Hinweise konnte man wunderbar mitraten, wer schon von der „Fleischfäule“ befallen ist und wer nicht. Der Protagonist ist zwar kein Sympathieträger, was der Story jedoch keinen Abbruch tut. Ich liebe diese makaberen Geschichten, in denen der Held Situationen komplett missversteht und zum Beispiel die Gefräßigkeit von Lottens Geschwister mit dem gesunden Appetit von spielenden Kindern verwechselt. Dieses Buch ist also für alle, die gerne makabere Geschichten lesen und einen Hauch von Fantasy vertragen.

Allgemeine Angaben:

  • Titel: Die Leichen des jungen Werther
  • Autor: Susanne Picard
  • ISBN: 978-3-8332-2256-6
  • Preis: 12,95€
  • 284 Seiten; Taschenbuch
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