Das Blut der Lilie – Jennifer Donnelly [Reupload]

Klappentext:

Noch einmal sah sie das Leuchten in seinen Augen, bevor er sie für immer schloss. An dem Tag, an dem ihr kleiner Bruder Truman starb, starb auch das Herz in Andis Brust. Und seit er nicht mehr da ist, ist ihr alles egal. Nur wenn sie Gitarre spielt, ahnt sie, dass es so etwas wie Gefühle noch gibt. Als sie auf einer Reise nach Paris in einem alten Gitarrenkoffer das geheimnisvolle Tagebuch einer jungen Frau findet, die einst den Kronprinzen Louis Charles betreute, weiß sie, dass ihre beiden Schicksale untrennbar miteinander verbunden sind. Denn auch die Französin konnte den Tod des geliebten kleinen Jungen nicht verhindern. Und so begleitet Andi Alexandrine auf deren gefahrvollen Wegen durch die Wirren der Französischen Revolution – in der Hoffnung, dort den Schlüssel zur Rückkehr ins Leben zu finden.

„Die Welt mag vielleicht genauso stumpfsinnig und brutal weiterdrehen wie zuvor, aber ich mache dabei nicht mit. Begreifen Sie das nicht? Ich nicht.“

Quelle: Donnelly, Jennifer: Das Blut der Lilie. München (Pendo-Verlag) 2011, S.426

Meine Meinung:

Mich persönlich hat dieses Buch sehr gefesselt, da ich als Französischstudentin sehr viel über die Französische Revolution lese und mich dadurch relativ gut auskenne. Doch ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand der generell kein Interesse an französischer Geschichte hat, dieses Buch zu 100% versteht bzw. sich davon begeistern lässt. Allen Frankophilen unter euch lege ich „Das Blut der Lilie“ aber wirklich ans Herz.

Die Rahmenhandlung ist meiner Meinung nach etwas unausgegoren und stellenweise blitzen so ein wenig Hollywoodkitsch und übertriebener Pathos auf. So heißt ein deutscher Genforscher Dr. Brinkmann (Schwarzwaldklinik lässt grüßen) und etliche Franzosen haben einen Doppelnamen, der mit Jean-… beginnt. Außerdem ist die Elite-Schule der Protagonistin Andi voll von verzogenen, ständig betrunkenen oder berauschten Schülern. Klischee! Auch konnte ich mich mit der Hauptperson nicht anfreunden oder irgendwelche Sympathien für sie entwickeln, auch wenn sie ihren kleinen Bruder verloren hatte. Ihre ständige Anti-Haltung ging mir irgendwann auf die Nerven.

Doch die Beschreibungen der Revolution fand ich grandios. Auch die Auflösung der Geschichte nimmt einige unerwartete Wendungen, die mich positiv überrascht haben. Ich persönlich liebe auch diese „Buch im Buch“ – Technik, d.h. die Protagonistin des Buches liest ein Buch (hier: ein Tagebuch). Wie gesagt, ein Buch für alle Frankophile. Ein interessanter Mix aus historischem Roman und Problemliteratur mit teilweise fantastischen Einschlägen.

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